Der klassiche Libero

Als Libero oder freien Mann bezeichnet man die Position eines Defensivspielers im Fußball, der keinen direkten Gegenspieler hat. Untrennbar mit dieser Funktion verbunden ist die Person von Franz Beckenbauer. Er prägte in den 70er Jahren das neue Bild des souverän und offensiv agierenden Liberos. Mit dem Aufkommen der Viererkette geriet der klassische Libero in Vergessenheit.

Griechenland setzte einen Libero bei der Europameisterschaft ein

Lediglich Otto Rehagel setzte beim Gewinn der Europameisterschaft in der griechischen Nationalmannschaft mit Dellas einen Libero hinter der Viererkette ein. In vielen Vereinen übernimmt heute der Torwart teilweise die Funktion des alten Liberos. Er ist Anspielpartner für die Innenverteidiger und verteilt von dort die Bälle nach vorne.

Der klassische Libero entstammt eigentlich der Funktion des Mittelläufers. Er soll als freier Mann das Spiel nach vorne bestimmen. Der Libero hinter der Abwehr als letzter Mann wird diesem Gedanken nicht ganz gerecht. Vor allem in Jugendmannschaften wird heute noch mit dem letzten Mann gespielt, meist aber mehr in der Funktion des Ausputzers.

Hier hat der Libero die Funktion einzugreifen, wenn die Abwehr überspielt worden ist. Häufig werden in den unteren Jugendklassen die größten Spieler oder diejenigen, die über den härtesten Schuss verfügen, auf diese Position gestellt.

Der Libero ist nicht mehr zeitgemäß im Fußball

In den modernen Fußballsystemen wird heute fast überall in Europa mit der Viererkette gespielt. Die Funktion des ehemaligen Liberos, nämlich das Spiel von hinten nach vorne zu entwickeln und offensiv Akzente zu setzen, übernehmen heute die Außenverteidiger.

Die äußeren Spieler der Viererkette unterstützen die Flügelstürmer bei ihren Angriffsbemühungen. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass sich immer häufiger Abwehrspieler in die Torschützenlisten eintragen.

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