Fallrückzieher – Was ist das?

Wer einen Blick auf die fußballerische Schusstechnik wirft, wird schnell eine besonders spektakuläre Variante erkennen, den Fallrückzieher. Nicht nur dass der Spieler beim Schuss mit dem Rücken zum Tor steht, er erzielt den Treffer auch noch in einer Haltung, die eher an einen Rückwärtssalto erinnert.

Dabei lässt sich der Spieler mit leichtem Sprung nach hinten auf den Rücken fallen und schlägt den Ball mit den Beinen in der Luft in Richtung Tor. Der Ball wird dabei volley mit dem Spann gespielt und fliegt über den Kopf des Spielers.

Streng genommen unterscheidet man zwei Varianten des Fallrückziehers, den Scherenschlag und den Seitfallzieher. Während der Spieler beim Scherenschlag über den eigenen Kopf schießt, lässt er sich beim Seitfallzieher lediglich zur Seite fallen und nimmt den Ball aus der Luft. Beide Arten des Torschusses erinnern eher an einen Kunstschuss als eine klassische Fußballaktion.

Sie sind zudem nicht ungefährlich. Häufig werden diese Aktionen als gefährliches Spiel abgepfiffen, da der Schütze in Kauf nimmt, einen nahe postierten gegnerischen Spieler mit dem Fuß am Kopf oder Oberkörper zu treffen.

Wenn jedoch ein Fallrückzieher erfolgreich mit einem Tor abgeschlossen wird, ist nicht nur das Publikum begeistert. In der Vergangenheit wurden diese Treffer häufig auch noch prämiert. Als König der Fallrückzieher zählt in der Bundesliga immer noch der ehemalige Schalker Torschützenkönig Klaus Fischer.

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Tor des Jahrhunderts war ein Fallrückzieher

Sein in der Saison 1976/77 erzieltes Fallrückziehertor wurde in der ARD-Sportschau zum Tor des Jahrhunderts gewählt. Auch Uwe Seeler war für seine Fallrückzieher bekannt. Als Erfinder dieses Kunstschusses zählt der Italiener Carlo Parola. Der Brasilianer da Silva soll jedoch schon 1938 beim Sieg über die Polen in Straßburg einen Treffer mit einem Fallrückzieher erzielt haben.